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Bayerische Seen + Bayrischzell + Kitzbühel + Staller Sattel + Großglockner + Steinernes Meer

Freitag, 22. Juni 8:00

Die längsten Tage und die kürzesten Nächte. Unsere Sommerausfahrt geht nach Kitzbühel. Weil unsere Mitglieder beidseits des Bodensees wohnen, nutzen wir den Fähre Konstanz-Meersburg. Um 8:00 Uhr treffen wir uns am Fähranleger Konstanz. Einige von uns waren bei Ulli und Jochen schon um 7:00 frühstücken, die uns dazu eingeladen hatten. Vor der Fähre treffen immer mehr Porsches ein. Corina und Matthäus haben für alle ein Paket mir Wasser, Saft, Obst und Croissants bereitet, damit wir unterwegs nicht verhungern oder verdursten. Toll wie sich unsere Mitglieder für eine solche Ausfahrt einsetzen. Unsere 6-Zylinder füllen die Fähre. Dort wird dem 70. Geburtsag von Porsche durch Aufkleber auf der Haube Respekt gezollt. Am anderen Ufer treffen wir uns mit unseren Clubmitgliedern von der anderen Seite des Sees. Auch deren Autos werden mit dem runden Aufkleber mit der 70 verziert und selbstverständlich erhalten auch sie Ihr Versorgungspaket.

Zunächst wollen wir Strecke machen und fahren auf schnellstem Weg bis zum Ammersee. Dort verlassen wir die A96 und suchen uns die schönsten Kurven nach Seefeld am Pilsensee. Schon hier macht sich der Aufkleber bezahlt. Als Führungsfahzeug weißt Du sofort, wer zu Dir gehört. Der Gasthof Ruf versorgt uns mit bayerischen Spezialitäten zum Mittagessen. 

Gestärkt kurven wir unsere Porsches auf kleinsten Straßen zwischen Ammersee und Starnberger See vorbei an den Osterseen auf die B472. Trotz teilweiser Sperre der B472, schaffen wir es keines der 15 Autos durch das staugeplagte Penzberg zu verlieren. 

Frohen Mutes steuern wir Bad Tölz an. Und das, woran ich nicht gedacht hatte, musste passieren. Nach einer roten Ampel nahmen einige von uns die B13 statt die B472. Am Ende von Bad Tölz waren wir nur noch zu dritt. Also erst mal telefonieren. Wir warten in Waakirchen. Zwei weitere Motorsportler unseres Clubs stoßen auf uns zu. Na wenigstens fünf Autos. Die anderen signalisieren telefonisch, selbst den Weg zu finden.

Weiter geht es zum Tegernsee, Schliersee und nach Bayrischzell. In Hausham bekommen wir einen Anruf. Sechs weitere Wagen seien im Konvoi in Hausham unterwegs. Klasse! Wir warten am Ortsausgang und sind wieder elf Autos. 

Durch die herrliche Landschaft fahren wir über Bayrischzell nach Thiersee, Kufstein und Kitzbühel ins Hotel Arosa. An der Bar erwartet uns ein Prosecco. Wir treffen uns alle wieder und sind glücklich über die Tage, die nun folgen werden.

 

Samstag, 23. Juni 9:11

Nicht jeder liebt Kurven extrem. Vor allem für die Beifahrer ist das nicht immer ein reines Vergnügen. Deshalb teilen wir uns auf. Der harte Kern - in Form von 36 Zylindern -  werden ihre PS vor allem in die Kehren der Alpenpässe schmeißen. Acht Wagen wollen eine kurze Genießertour ans Steinerne Meer zur Jufenalm machen und ein paar bleiben in Kitzbühel, genießen Stadt und Berge. Unsere Extremsportlerin beschließt die Berge mit dem Mountainbike zu bezwingen. Daß es nur E-Bikes gibt stört sie so, daß sie beschließt den Motor einfach auszulassen und an den extremen Stellen das Bike lieber zu schieben. Hier lasse ich mal eine große Portion Respekt stehen.

Wir suchen an dem Tag das Glück lieber in den Kurven. 

Start, wie es sich gehört 9:11 Uhr. Sechs Kurvenliebhaber + Beifahrer zum Fahrerwechsel haben sich zur Ausfahrt gemeldet. Wir verlassen die Tiefgarage des Hotels und fahren über Pass Thurn nach Mittersill. Die Motoren sind jetzt warm. Endlich können wir zügig weiter die Felbertauernstraße Richtung Süden hinauffahren. 

Hinter Matrei in Osttirol fahren wir rechts hoch auf den Staller Sattel ins Pustertal nach Südtirol. Der Sattel ist nur einspurig befahrbar, so daß Gegenverkehr ausgeschlossen ist. Eine Ampel regelt ob hoch oder runter gefahren wird. Genial für unsere Autos. Bei herrlichem Wetter kurven wir runter ins Pustertal und fahren bei Antholz wieder Richtung Osttirol. Die Dolomiten wachen ruhig und majestätisch über uns. Für Stärkung zur Mittagszeit sorgt Kuglers Speckstube in Toblach, die uns Köstlichkeiten aus der Region perfekt kredenzen. Weiter über Lienz erklimmen unsere Autos den Großglockner. Eine Gruppe tschechischer Motoradfahrer lässt uns vorbei, haben sie doch erkannt, daß unsere Porsches die Kurven besser nehmen als die meisten Motorräder. 

Auf dem Großglockner ist es kalt und der Tag ist auch schon vorangeschritten. Wir halten uns nicht lange auf und fahren weiter auf der Großglockner Hochalpenstraße nach Bruck. Die Straße ist fast leer und wir können unsere Wagen ihrer Bestimmung zuführen. Über Mittersill und Pass Thurn geht es zurück nach Kitzbühel. 

Abends treffen wir alle wieder und schauen uns in die zufriedenen Gesichter, glücklich über einen tollen Tag für alle je nach seinem Geschmack. Wir waren zwar nicht Skifahrn aber wie heist es so schön: „… A jeda is glücklich, a jeda fuit si wohl…“

Auf’d Nacht ist Sonnenwendfeier und die Tiroler entzünden an den Berghängen und auf den Gipfeln ihre Sonnenwendfeuer. Ein wunderbarer Abschluß für die letzte Nacht in Kitzbühel.

Sonntag, 24 Juni

Nach viel zu kurzer Zeit fahren wir frei zurück an unseren Bodensee. Jeder wie er mag. Einige nehmen den Weg über Innsbruck und den Arlberg. Andere versuchen es über München. Alle, die Zeit haben, nehmen dabei den ein oder anderen Genussumweg (hier liegt der Genuß in der Kurve) gern in kauf. Zwei die nicht genug kriegen können, fahren über Achensee, Spitzingsee, Wallgau, Garmisch, Oberammergau, Ettal, Ammer Sattel, Reuthe, Haldensee, Bad Hindelang, Sonthofen und Meersburg. Es gibt eben Kurvenhunger, der nicht zu stillen ist.